Jahresband 1907

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg
 






 

Inhalts-Verzeichniß.

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    Seite
     
Vereins-Nachrichten   I-III
     
Die Hoheits- und privatrechtlichen Ansprüche von Mecklenburg-Strelitz in bezug auf den Ratzeburger See. Von Dr. jur. Freiherr T. von Heintze in Ratzeburg   1-95
     
Die lauenburgische Küchen-, Keller-, Kammer- und Stallordnung vom 3. Mai 1658. Mitgetheilt von Herrn Geh. Archivrat, Staatsarchivar Dr. G. Hille in Schleswig  
96-109

 
     
Miscellen
(Als Lauenburg preußisch wurde)
(Fehlt hier in der Auflistung: "Gedenktafel" (S. 119)
 

110-119

 



Vereinsnachrichten.
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Die Generalversammlung für das Jahr 1906 fand am 15. September in Mölln statt, war aber nur schwach besucht. So waren die Sektionen Lauenburg und Schwarzenbek garnicht vertreten. Nach Eröffnung der Versammlung hielt Herr Pastor Jöns aus Lassahn einen Vortrag, in dem er interessante kirchliche Nachrichten aus Kirchenakten des 17. und 18. Jahrhunderts mitteilte. Die Lassahner und Seedorfer Kirchenrechnungen gehen bis ins Jahr 1591 zurück und bieten viel Interessantes, besonders aus der Zeit des 30jährigen Krieges und der späteren Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts, durch die die Bevölkerung unseres Landes stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist, namentlich nach Beendigung des großen Krieges durch die zahlreichen Bettler, die das Land durchzogen und sich aus vertriebenen Geistlichen, Predigerwitwen, Lehrern, vielfach aus hablosen Adlichen zusammensetzten und die Kirchenkassen brandschatzten. In Höhe von 2 bis zu 16 Schilling gewährte Unterstützungen sind in den Kirchenbüchern gewissenhaft gebucht.

Die sodann vorgetragene Rechnung des Vereins stellte eine Einnahme von 336,62 Mark fest, bei einer Ausgabe von 322,05 Mark. Dem Rechnungsführer ward Decharge erteilt.

Der Antrag eines Mitgliedes auf Abänderung des § 9 des Vereinsstatuts, wonach in Schwarzenbek General-Versammlungen nicht mehr abzuhalten, ward bis zur nächsten ordentlichen Generalversammlung vertagt, da gegründete Aussicht vorhanden, daß in Schwarzenbek sich das Interesse für den Geschichtsverein mehren werde.

1907/0 - I


1907/0 - II
 

Bei den Neuwahlen wurden sowohl der bisherige Vorsitzende, Rat W. Dührsen, als auch der Vereinsrech-nungsführer Lehrer em. Steffens, ebenso die bisherigen Sektionsmitglieder wiedergewählt. In einer am 1. März abgehaltenen Ausschußsitzung wurde vorbehaltlich der Genehmigung der G.-V. für den verstorbenen verdienten Vorsitzenden der Sektion Schwarzenbek, Schröder, Herr Privatier E. Specht in Hofriede-Villenkamp erwählt.

Vom Kreisausschuß ist dem Verein die übliche Beihülfe von 150 Mark auch in diesem Jahre gewährt worden. Außerdem hat aber ein hochherziges Mitglied, Frau Ww. D. Hoeltich geb. Meyer dem Verein eine Gabe von 100 Mk. gestiftet, wofür der Geberin, die sich um Mölln auch anderweitig schon sehr verdient gemacht hat, auch an dieser Stelle der wärmste Dank ausgesprochen werde.

Für die Bücherei des Vereins sind erworben: das Buch des Grafen Andreas von Bernstorff „Im Kampfe für Preußens Ehre", das der inzwischen leider verstorbene Sohn desselben, Graf Andreas von Bernftorff auf Stintenburg dem Verein mit folgender Widmung: „Dem lauenburgischen Geschichtsverein widmet dies Lebensbild der Sohn des Angehörigen unsers Herzogtums, der von Jugend auf dem Ersten deutschen Staate gedient hat und dadurch an seinem Teil dazu beitragen konnte, daß unser Kreis jetzt dem ruhmreichen Königreich Preußen und dem geeinten mächtigem deutschen Vaterlande angehört. Andreas Graf von Bernstorff auf Stintenburg. Dezember 1906" gestiftet hat; ferner antiquarisch Sach, das Herzog-tum Schleswig in seiner ethnographischen und nationalen Entwickelung; ferner Verhandlungen des dänischen Reichsrats betreffend die Rechte der Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (1856), sowie Patje, Abriß des Fabriken-, Gewerbe- und Handlungszustandes in den Churbraunschweig-Lüneburgischen Landen (1796); endlich die „gründliche Ausführung des Erbrechts beyder Sachsen-Lauenburgischen Erb-Prinzessinnen pp. wider die Churbraunschweigische und Chursächsische Ansprüch" 1757.

1907/0 - II


1907/0 - III

Auf den Inhalt der beiden letzteren Werke behalten wir uns vor, demnächst zurückzukommen.

Die diesjährige Generalversammlung, die statutengemäß in Lauenburg hätte abgehalten werden sollen, mußte ausfallen, einmal, weil das vorliegende Jahrbuch aus verschiedenen Gründen nicht so frühzeitig wie sonst hat fertig gestellt werden können und dann weil die unbeständige Witterung dieses Sommers eine rege Beteiligung völlig ausgeschlossen haben würde. Im nächsten Jahr feiert der Verein sein 25jähriges Stiftungsfest. Die Generalversammlung wird dann in Mölln abgealten werden.


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