Jahresband 1902

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg


ARTLENBURG,
die Sachsengrenze des Kaisers Karl der Große
und das Land Sadelbande
im späteren Herzogthum Lauenburg.

Von Stadtbaudirektor a. D. H. W. C. HÜBBE in Schwerin.

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Im Winter 1900-1901 hielt Verfasser dieses Aufsatzes im Verein für Mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde einen Vortrag über geschichtlich-örtliche Verhältnisse des Elbthals von Hamburg aufwärts bis Magdeburg, dessen sumpfiges Gelände in ältester Zeit mit drei großen Volks- und Handelsstraßen durchquert ward: bei Artlenburg, bei Lenzen und bei Wolmirstedt-Magdeburg, denen die drei hier von Kaiser Karl dem Großen für den unter Aufsicht seiner Grenzgrafen zu vollziehenden Handelsverkehr zwischen Sachsen und Slaven im Jahre 806 bestimmten Plätze Bardowiek, Schezla (Jeetzel-Lüchow) und Magdeburg entsprechen. *)

Dem Bau der Esseveldoburg (Itzehoe) an der Stör 809 müssen Kaiser Karls Heerführer zweifelsohne eine Deckung der Straße dorthin durch den Bau der Hamburg an der Alter, der Bergedorfer Burg an der Bille und der Artlenburg am Nordufer der Elbe haben vorangehen lassen; vielleicht war letztgenannte Burg das 808 erbaute Kastell am Ufer der Elbe, welches gleichzeitig mit dem Kastell Hohbuoki (auf dem Höbeck am Elbübergange nach Lenzen) errichtet worden ist.
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*) Siehe: Korrespondenzblatt des Gesammtvereins der deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine 1901, mit Uebersichtskarte; Sonntagsbeilagen Nr. 23 und 24 der Mecklenburgischen Zeitung 1901.

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Wennschon hernach eine bei ruhigem Wetter gesicherte Wasserfahrt über die Elbe aus den bremischen Landen nach Stormarn und Hamburg aus der Lühe von Horneburg nach Wedel, und aus der Este von Buxtehude nach Blankenese hinüber bestand, so war doch von dort stromaufwärts bis Artlenburg durch die von mehreren Stromläufen der Elbe im Flußthale abgetheilten niedrigen Inseln, welche jede ein wenig höher anwachsende Fluth überschwemmte und von neuem mit Wasser durchtränkte und unwegsam sumpfig erhielt, ein regelmäßig benutzbarer Uebergang über das Elbthal unmöglich gemacht und dadurch die Wichtigkeit der Artlenburger Fährstelle begründet, wohin der tägliche Wechsel von Fluth und Ebbe nicht mehr reicht, um wo der Wasserstand im Flusse nur von den nach der Jahreszeit mehr oder weniger starken oberen Zuflüssen, Regen und Schneeschmelze abhängt.

Die ARTLENBURG, in alten Urkunden Erteneburg genannt, trägt nach allseitiger Annahme ihren Namen als Erdenburg, und zwar vielleicht nicht wegen ihrer Bauweise, wenn auch immerhin ihre Steinwände spätere Zuthaten zwecks größerer Vertheidigungsstärke sein mögen, sondern weil sie (von des Kaisers Reiche aus gesehen) jenseits der sumpfigen Thalniederung auf dem festen Lande der Geesthöhe errichtet ward. Die Wandlung des Namens des Ortes läßt sich dialektisch durch die Aussprache des er wie ār auch jetzt noch beobachten, so Kerl = Kārl, Erde = Aard, Lerche = Lārk usw.; Grimm’s Wörterbuch findet aber auch artbar = urbar, artacker = ackerbares Land, und würde in dieser Weise ebenfalls auf obengedachte Erbauung der Burg auf dem wasserfreien festen Lande hindeuten. Andrerseits erscheint der jetzige Name erst, als Neu-Erteneburg auf dem Marschlande erbaut und die alte Burg zerstört war; wenn nun Grimm ein ungebräuchlich gewordenes Wort erdeln in der Bedeutung des „nach Erde riechen oder schmecken“

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aufgefunden hat, welches wohl allgemein auf den Begriff des „erdig erscheinen oder machen“ zurückgeht, wie häufeln = kleine Haufen, streicheln = zarte Streiche, stricheln = feine Striche machen usw., so wird man auch das arteln in dem späteren Ortsnamen als die Herstellung eines kleinen wasserfreien Hügels, einer Worth, auf dem niedrigen Marschlande zu erklären vermögen, wie sie in der That ja stattgefunden hat, um die neue Burg standfest zu erbauen.

Als man die Erteneburg am Nordrande des Elbthals erbauete, lag der Hauptstrom schon ebenso wie jetzt von Lauenburg an westwärts hart an diesem nördlichen Thalrande, krümmte sich aber von der Erteneburg südwärts nach dem jetzigen Lüdershausen hinüber, von wo ab der Unterlauf der Neetze die Spur des ehemaligen Hauptstroms der Elbe noch jetzt weiter bezeichnet und die ehemals nordelbischen Marschen von den südelbischen lüneburgischen scheidet. die wasserfreien Sandhöhen des jetzigen fiskalischen Vorwerks Marienthal bildeten einen Stützpunkt für den Uebergang der Straße aus dem nördlichen in das südliche Gebiet, den man von Erteneburg wohl auch bei niedrigem Elbstande zu Fuße erreichen konnte, um dann nach Brietliegen jenseits des Stroms im Fährkahne hinüber zu fahren und von dort bald die stets wasserfreien Geesthöhen und Bartowiek an der Ilmenau zu erreichen.

Vor dem Thalrande lag somit von Erteneburg westwärts bis über Geesthacht hinaus ein breiter Streifen Marschlandes, der in der Folgezeit, vermuthlich veranlaßt durch Eisstopfungen im Hauptstrome, von einer Nebenströmung dicht längs des Thalrandes durchbrochen und von diesem getrennt ward; hier hinein zog sich bald der Hauptstrom der Elbe, indem er vertiefte und verbreiterte, und dabei auch den nördlichen hohen Thalrand in starken Abbruch versetzte und ihm die jetzt vorhandene steile Form gab, während der bisherige Stromlauf dann

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nach und nach verschlammte. Die Zeit dieses auch in den westlicher liegenden Vierlander Marschen einflußreich gewordenen Stromdurchbruches *) läßt sich annähernd bestimmen; im Jahre 1160 berief Herzog Heinrich der Löwe eine Landesversammlung der Sachsen und Wenden nach Barförde (Berenfort), einem am südlichen Ufer des Elbstroms in der Marsch belegenen Orte, welchen, wie der Name sagt, man vom Boizenburger Ufer ab barfuß auf einer Furth bei niedrigem Wasserstande zu erreichen und dann über die in der Marsch liegende, stets wasserfreie Sandhöhe Hittbergen und einen südlichen Elbarm hinweg auf den lüneburgischen Thalrand zu gelangen vermochte. Man wird annehmen müssen, daß 1160 Barförde bereits ein durch Deich geschützter und zur Versammlung einer größeren Volksmenge geeignet gewordener Platz war, zumal um die Mitte des zwölften Jahrhunderts auch bei Hamburg die ersten Eindeichungen in der Elbmarsch bezeugt sind. Herzogliche Kolonisten werden den Deichzug von Hittbergen über Barförde, Wendewisch, Garlsdorf, Brackede, Radegast und dann nach Süden umbiegend, hinterwärts der Felder jener Ortschaften nach Hittbergen zurück angelegt, und an demselben beziehlich weiter landeinwärts desselben ihre Höfe aufgebaut haben; die Entwässerung dieses eingedeichten Polders bildet eine Wetterung, welche bei Hittbergen durch eine Schleuse (jetzt Brücke) abfließt und die Einheitlichkeit dieser Deichunternehmung beweiset. Die Kolonisten waren Deutsche, da sämmtliche von denselben gebildete Ortsgemeinden deutsche Namen tragen, denn auch Wendewisch hat mit Wenden nichts zu thun, sondern liegt an der Wendung eines Weges, welcher entweder schon von Anfang an eine zurücktretende Strecke des Polderdeiches war, oder eine zeitweilige Zurücklegung des Deiches sammt anliegenden Häusern von
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*) Vergl. Hübbe, Erläuterungen zur hist. top. Ausbildung des Elbstroms und der Marschinseln bei Hamburg, 1869.

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Garlsdorf und Wendewisch, deren Felder sich auch jetzt noch nordwärts bis an die Elbe erstrecken, nach einem großen Deichbruche, an welchen vielleicht der Ortsname Brackede noch erinnert; dieses Brack gewinnt an Wahrscheinlichkeit, weil im Landbuche *) des Amtes Lauenburg von 1618, also zu einer Zeit, als Garlsdorf und Wendewisch bereits lüneburgisch waren, beim Dorfe Hittbergen einige lauenburger Kleinhufner in Brackgarrestorf und Wendewisch aufgeführt sind, die vermuthlich auf Deichstrecken angesiedelt wurden, die das Dorf Hittbergen in dem nach dem Deichbruche länger gewordenen Deiche der Garlsdorfer und Wendewischer annehmen mußte. Auch Radegast erhielt sicherlich seinen Namen nicht, wie Einige meinen, von dem wendischen Gotte dieses Namens, sondern aus dem Umstande, daß sich hier das Land zwar nicht völlig wasserfrei bei höchsten Elbständen, aber doch sehr erheblich über die Höhe des umliegenden Marschlandes erhebt und wenig Arbeit zum Aufbau des Deiches verursachte, somit (wie Gothmann am andern Elbufer) der wasserfreien Geest ähnelte und durch Rodung von dem darauf wachsenden Gestrüppe gesäubert werden mußte, um beackerbar zu werden. Der Polder hat jetzt 3 Kirchen zu Hittbergen, Garlsdorf und Radegast, deren erste als im Jahre 1211 bereits vorhanden urkundlich bezeugt ist, als der von den Dänen eingesetzte Graf Albrecht Orlamünde von Nordalbingien und Lauenburg das Patronatsrecht über dieselbe an den Abt zu Lüneburg veräußerte. Unzweifelhaft diente der Polder als nothwendiger Zugang und Rückhalt für das von Herzog Heinrich dem Löwen in einem der von ihm seit dem Jahre 1142 gegen die Obotriten und Polaben geführten Feldzüge endgültig in Besitz genommene Land zwischen der Delvenau und Boize, und für die in diesem Lande am Nordufer der Elbe von ihm erbaute deutsche Stadt und Burg Boitzenburg.
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*) Archiv d. V. f. d. Gesch. d. Herz. Lauenburg, Bd. 3, H. 2, S. 15.

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Nach der Schlacht bei Bornhövede, welche 1227 der seit 1182 im Niedergange befindlichen lüneburgischen Macht im Norden der Elbe und der dort in der Folge hereingebrochenen Herrschaft der Dänen und ihres statthaltenden Grafen Albrecht von Orlamünde endgültig ein Ende bereitet hatte, belehnte Bischof Iso von Verden, dessen Bisthum sei Alters ebenso wie das Bisthum Bremen, ein jedes in seinem Sprengel, das Eigenthum der noch unbewohnten und unkultivirten Marschländereien (paludes) beanspruchte, 1228 *) den noch in Gefangenschaft sitzenden Herzog Otto (das Kind) von Braunschweig-Lüneburg (des Löwen Enkel) außer mit der Vogtei Walsrode auch mit dem ganzen palus vom Ertenefluß bis nach Blekede, wie denselben sein Onkel, der (1227 verstorbene) Pfalzgraf Heinrich, zu Lehn getragen habe; man wird hinzufügen dürfen: und wie ihn sein Großvater, vielleicht ohne den Bischof zu fragen, in Besitz genommen und bereits theilweise (von Hittbergen bis Radegast) eingedeicht hatte. Vermuthlich war dies ein Schachzug in dem Bestreben, diesen großväterlichen Besitz wieder zu erlangen, den seit 1226 der askanische Sachsenherzog Albrecht inne hatte, dessen Vater Bernhard denselben nebst dem ganzen Herzogthum Heinrichs des Löwen 1182 vom Kaiser in Lehn erhalten und dann an die Dänen wieder verloren hatte.

Die hier (1228) erwähnte Ertene ist im Verdener Sinne die nördliche Grenze der Elbmarsch gegen das zu Norden der Elbe 1158 im ehemaligen Verdener Sprengel gegründete Bisthum Ratzeburg, also der vorhin erwähnte Durchbruch des Stromes längs des nördlichen Thalrandes westlich von Erteneburg, der „Erden- oder Festlandsfluß“. Der vom Verdener Bischof zu Lehn gegebene palus umfaßt also die Marschfläche in ganzer Breite des
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*) Sudendorf, Br. Lüneb. U. B.,; das von Hodenberg veröffentlichte Registrum Eccles. Verd. nach der Zusammenstellung des 1585 verstorbenen v. Mandelslo ist in Folge einer Auslassung hier falsch.

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Elbthals von den Vierlanden flußaufwärts bis Blekede und an die Dannenberger Grafschaftsgrenze, zumal in einer späteren Abschrift der Urkunde statt der Ertene die Ostsene (Uthseve, die Seevemündung) genannt wird, vonwelcher nach der Billemündung hinüber die Grenzscheide der Bisthümer Bremen-Hamburg und Verden, sowie der Grafschaft Holstein-Stormarn und des Herzogthums Sachsen seit alters alg. Der Streit um den Besitz dieser Marsch ward erst im Jahre 1258 unter Vermittlung des Markgrafen Johann von Brandenburg durch eine Theilung geschlichtet, in welcher Herzog Albrecht der Große von Braunschweig-Lüneburg den östlichen, südlichen und westlichen Theil der Marsch erhalten haben wird, also den Bleckeder Bezirk der Teldau im Norden des Hauptstromes der Elbe ostwärts der Dannenberger Grafschaftsgrenze (zwischen Gülstorf und Viehle), und daran anschließend im Süden des Hauptstroms die bereits eingedeichten Gemeinden Radegast, Brackede, Garlsdorf und Wendewisch nebst der gesammten dahinter bis an die Geesthöhen liegenden Fläche des späteren Amts Garze und der westlich daran anschließenden zum Amte Scharnbek gelegten Marsch, das Amt Bütlingen-Lüdershausen, und die zum Amte Winsen gekommenen Flächen von Nieder-Marschhacht ab westwärts bis an die bei Lauenburg verbliebenen Vierlande. Herzog Albrecht von Sachsen-Lauenburg aber behielt bei seinem Amte Artlenburg an der Südseite des Elbstroms die eingedeichten Gemeinden Barförde und Hittbergen, die Flächen der jetzigen feldmarken Sassendorf, Hohnstorf, Avendorf, Tespe und Obermarschacht, sowie des dahinterliegenden späteren Amtes Lüdersburg, und vielleicht des laut dortigen Kirchenbuches spätestens 1572 vom Herzoge Franz von Lauenburg an seinen Schwiegersohn, den Herzog Heinrich von Lüneburg-Dannenberg geschenkten Dorfes Echem mit dem fürstlichen Vorwerke Bullendorf.

Nachdem Herzog Bernhard von Sachsen 1182 östlich

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von der zerstörten Erteneburg die Lauenburg erbauet und mit den Quadern der ersteren befestigt hatte, wollte er hierher auch die Fährstelle für die große Landstraße nach dem Innern Deutschlands verlegen, um diese dem Einflusse der Lüneburger zu entziehen und über seinen Hittbergener Deichpolder auf Blekede und Dannenberg, also ohne Berührung von Lüneburger Gebiet nach Salzwedel und der Altmark zu lenken. Ausweise des vorhin schon erwähnten Lauenburger Landbuches hatten Eingesessene von Barförde, Hittbergen und Hohnstorf Herrendienst zu leisten für die fürstlichen Reisen zu Wasser nach Darchau auf den „Ciferen und Lauenburger Eichen“, d. h. Ziehfähren (?) oder auch kiefernen und Lauenburger eichenen Kähnen; von Darchau führte ein Landweg nach dem lauenburger Schlosse Neuhaus hinüber, und von dem gegenüber am Südufer der Elbe belegenen gleichfalls lauenburgischen Neu-Darchau eine Straße ins Dannenbergische auf Lüchow, ohne lüneburgisches Gebiet zu berühren. Als dann aber dem Herzog in Folge Einspruches der Lübecker abseiten des Kaisers die geplante Verlegung der Landstraße verboten ward, sah er sich sofort genöthigt, die alte Fährstelle beizubehalten und dieselbe nunmehr gegen Süden, gegen Lüneburg, durch eine in der Marsch davor zu bauende Nova Erteneburg, das jetzige Artlenburg, zu decken, welche im Jahre 1211 urkundlich genannt wird. Die Entfernung dieser neuen Burg von der alten und dem nördlichen Thalrande des Elbstroms beträgt jetzt 500 Meter; wenn die neue Burgstelle also nicht etwa im Laufe der verflossenen Jahrhunderte vor dem Andrange der Elbe zurückgelegt worden ist, so wird man annehmen müssen, daß schon um 1182 der seitdem zum alleinigen Strome gewordene Elbarm am nördlichen Thalrande eine ziemliche Breite gehabt haben muß. Da die Eindeichung des Hittbergener Polders die bei hohem Stande der Elbe abfließenden Wassermassen einengte und in gerader Richtung in den

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Elbarm zwischen Alt- und Neu-Artlenburg hineinwies, so konnte die Verbreiterung und Vertiefung des letzteren und starker Abbruch der Höhen des nördlichen Thalrandes nicht ausbleiben.

Auf diesen Höhen am Elbufer liegen jetzt der Reihe nach von Osten nach Westen: das Dorf Schnackenbeck (Kirchspiels Artlenburg jenseits der Elbe) mit der Stelle der alten Erteneburg, die landesherrlichen Forstbezirke Avendorfer Heide und Hude ohne Bewohner, das kleine Dorf Tesperhude nebst dem landesherrlichen Forstbezirke Grünhof (Kirchspiels Hamwarde, das einst von Geesthacht abgezweigt ward), der Forst des zum adligen Gute Gülzow jetzt gehörigen Vorwerkes, ehemaligen selbstständigen Gutes Hasenthal mit der kleinen vom Gute abhängigen Ortschaft Krümmel (Kirchspiels Hamwarde), das seit 1420 Hamb.-Lübsche Kirchdorf Geesthacht. Das Zehntregister des Bisthums Ratzeburg vom Jahre 1230 *) führt hier der Reihe nach folgende Dörfer auf: im Kirchspiel Lütowe (Lütau): Snakenbeke; Vventhorp (ohne Kirchspielsbezeichnung, nicht Wentorf bei Bergedorf, sondern Avendorf); im Kirchspiel Hagede (Geesthacht: Toschope (ohne Kirchspielsbezeichnung, Tespe), Hasledale (Hasenthal), Hagede. Das schon erwähnte Registrum Ecclesiae Verdensis nennt als bis zum Jahre 1412 bereits abseiten des Bischofs an die Br.-Lüneburgischen Herzoge in Lehn gegeben hier in der Marsch die Zehnten in Ouendorp (Avendorf), Estpe (Tespe), Hasendael (Ober-Marschhacht?), Hachede (Marschhacht). Entsprechend dem gegenwärtigen Zustande nennt das Amts- und Landbuch des Amts Lauenburg von 1618 **) hier mit ihren Bewohnern und deren Abgaben, in der Marsch: das Fleck Artlenburgk, in welchem auch einige Bauern aus
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*) Arndt, im Osterprogramm der Domschule zu Ratzeburg 1833, auch Archiv d. V. f. G. d. H. L. Band 2, H. 1; Meckb. U. B. Band 1, Nr. 375.
**) Archiv d. V. f. G. d. Herz. Lauenburg, Bd. 3, H. 2, S. 25 ff.

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Schnackenbeck damals Landbesitz haben (Kirchdorf); das Dorf Awendorff, dessen Bauern zum Theil auch Geestland, also im Norden der Elbe haben (Kirchspiels Artlenburg); das Dorf Tespe (Kirchspiels Marschhacht), dessen Bauern gleichfalls zum Theil noch Geestland jenseits der Elbe haben; Marschachter Brack und Marschacht, anscheinend nur geringe Abgaben einiger landesherrliche Deichstrecken und Elbwärder benutzender Einwohner des adligen Gutes Ober-Marschhacht, welches 1647 von dem übrigen Gülzauer Gütercomplexe zu Norden der Elbe getrennt ward *); auf der Geest: das Dorf Schnackenbeche, wo auch Geestland, „das die Marschleute gebrauchen,“ aufgeführt ist, sowie Kirchenland sowohl von Marschhacht wie von Gülzow; das Dorf Tesperhuede, dessen wenige Bewohner geringe Beträge auch von Marschland bezahlen, welches hier damals in geringer Größe vielleicht noch an der Nordseite der Elbe verblieben war, oder auch im Süden der Elbe in der Tesper Feldmark lag. Auch in dem hinter Hasenthal liegenden, jetzt zum adligen Gute Gülzow gehörigen Dorfe Wiershop (Kirchspiels Hamwarde, 1230 Wigershop Kirchspiels Hagede) gaben die Bauern 1618 noch Abgaben vom Marschlande, das bei Hasenthal diesseits oder bei Ober-Marschhacht jenseits der Elbe zu suchen ist.

Aus dem Vorstehenden darf man schließen, daß zwischen den Jahren 1230 und 1258 (1412) die hier in Betracht kommenden Dörfer in Folge des Stromandranges und Uferabbruches vom nördlichen nach dem südlichen Ufer des Stromes verlegt worden sind in das Marschland, auf welchem dieselben vielleicht vorher schon gewisse Weidegerechtigkeiten hatten. Mit Hülfe der Dörfler wird der Herzog von Sachsen-Lauenburg damals den Polder eingedeicht haben, dessen Deich sich auf der Nordostecke an die Worth der neuen Artlenburg anschloß, längs des
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*) Dührsen-Manecke, S. 107.

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nördlichen Elbarms den Ortschaften Artlenburg, Avendorf, Tespe, Hasenthal (jetzt adl. Gut Ober-Marschhacht) und Marschhacht den Stützpunkt zum Aufbau gewährte, und dann längs der Südseite der Felder zur Artlenburg-Worth zurückkehrte. In diesem Polder wurden die Kirchen zu Artlenburg als Filial von Lütau (beziehlich Gülzow) und Marschhacht als Filial von Geesthacht erbauet, die jedoch hernach dem Verdener Bisthume zufielen. Während die übrigen Dörfer am nördlichen Elbufer nur einzelne Berechtigungen behielten, blieb der Haupttheil von Hagede (Geesthacht) daselbst zurück; seine Kirche mußte aber zweimal vor dem Stromandrange zurückverlegt werden, um 1261 *) und 1684, und seitdem ward hier das Ufer durch kostspielige Schutzwerke abseiten der Städte Lübeck und Hamburg vertheidigt, welche 1420 in den Besitz dieses Dorfes mit hinterliegender landesherrlicher Waldung gelangt waren.

Wenn 1164 Herzog Heinrich der Löwe 3 Holländer Hufen nahe bei Artlenburg dem Bischof von Lübeck schenkt **), so werden diese in dem vorhin beschriebenen Hittbergener Deichpolder zu suchen sein. Die Abdämmung des früheren Hauptstroms zwischen den beiden Deichpoldern Hittbergen und Artlenburg durch einen Deich, hinter welchem die Orte Sassendorf und Hohnstorf entstanden und Artlenburger „neues Land“ in Deichschutz kam, ist erst nach dem Jahre 1499 erfolgt, bis zu welchem Jahre das Registrum Ecclesiae Verdensis jene Orte noch nicht erwähnt, während sie im Lauenburger Amtsregister von 1618 als das Dorf Sasendorff und das Dorf Hohnstorff, sowie als Artlenburger neues Land vorkommen.

Vorher schon, spätestens gleichzeitig mit dem Abschlusse des Elbarms zwischen Hittbergen und Artlenburg muß
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*) Dührsen, Maneckes Beschreibung des Herz.-Lauenburg 1884, S. 116.
**) Dührsen, Manecke S. 88.

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auch der südliche Elbarm zwischen Radegast und der Geest bei Blekede angelegt sein, welcher die unterhalb an diesem Arme liegenden Marschen gegen das Einströmen des Hochwassers der Ober-Elbe schützt; denn bei Blekede hörte der Dünenschutz des Landes auf, war das Ufer stets oder in Folge des Stromandranges von Dünen „entblößt“, und diesem Umstande verdankt wohl die Stelle und der spätere Ort den Namen.

Die wichtige Rolle, welche seit Karls des Großen Zeit die Erteneburg in der Entwickelung dieser Gegend gespielt hat, bezeugt die Geschichte, insbesondere auch in den vorstehend dargelegten örtlichen Begebnissen. Daß der Kaiser die Burg nordwärts, wie das nordelbeische Sachsen- und Holstenland überhaupt, gegen die Einfälle der Slaven nach Möglichkeit zu sichern suchte, ist selbstverständlich; vorher hatte er diese deutschen Lande mit Hülfe der Obotriten unterworfen, wobei er nach den wiederholten Aufständen und Kriegszügen von 798, 802 und 804 große Theile der deutschen Bevölkerung in das Innere seines Reiches fortführen ließ, um Ruhe zu schaffen; Verfasser hat im Anschluß an Meitzen’s Siedelungs-Untersuchungen wahrscheinlich zu machen gesucht *), daß der Kaiser vorzugsweise den wohlhabenderen, in ihren ausgedehnten, noch unbeackerten Heerdebezirken (Harden) als Hirten herumstreifenden Theil der Bevölkerung habe abführen, den in Dörfern aber bereits angesiedelten zurückgelassen habe, wodurch er auch im Stande gewesen sei, in den dadurch besitzlos gewordenen weiten Wald- und Weidestrecken zahlreiche Franken und andere Leute seines Reichs in neu angelegten Dörfern anzusiedeln. Sicherlich wohnten in der Umgegend von Erteneburg, dem späteren Lande SADELBANDE, polabische Wenden in ihren Dörfern, vielleicht auch untermischt
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*) Hübbe, Beiträge zur Geschichte der Stadt Hamburg und ihrer Umgegend 1897; Abschnitt 1, Hamburgs Gegend zur Zeit seiner Gründung

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mit Sachsen, durchaus aber unwahrscheinlich ist es, daß der Kaiser hier Wenden neu angesiedelt haben sollte. Ausdrücklich heißt es in den Annalen des Jahres 822 sogar, daß die Sachsen auf Befehl des Kaisers in dieser Gegend ein Festungswerk (castellum) erbaueten an einem Orte Delbende, aus welchem die Slaven von ihnen ausgetrieben wurden *).

Wie in ebengenanntem Worte Delbende, so wird überhaupt die ganze Ortsnamengebung dieser Zeit und Gegend beherrscht durch das in den Niederlanden noch jetzt gebräuchliche Wort delven = graben, fodere; dasselbe kommt in den Namen von Entwässerungsgräben und Ortschaften vielfach in Ditmarschen und in Holland, dann auch bei Cuxhaven und in andern Nordseemarschen vor. Gleiche Deutung giebt Grimm’s Wörterbuch: delben, mittelhochdeutsch: telben, angelsächsisch: delfan, niederdeutsch: delfen, und Lübbens Wörterbuch erinnert an delen (durch den Graben theilen, sowie an dalpen = schwerfällig gehen (mit den Füßen eingraben). Lappenberg irrt, wenn er im Hamb. U. B. einen in der Urkunde von 1178 über die Grenzen des Kirchspiels Bergedorf vorkommenden Grenzort Delvervörde durch „die Elbfurth“ erklärt und auf Elbsdorf bei Drenhausen hinweiset; nach der ganzen Oertlichkeit kann nur an eine Furth im Grenzgraben der Geest gegen die Vierlander Marsch, vielleicht in der jetzigen Brookwetterung, gedacht werden und wohl nur das Dorf Escheburg als der gemeinte Grenzort anzusehen sein. Einen mit diesem Worte verknüpften Landesnamen giebt das Ratzeburger Zehntregister von 1230, in welchem der Bischof einen Bezirk seines Bisthums terra Sadelbandia nennt, d. h. vom Bischofssitze aus gesehen und mit slavischem Munde: sa (russisches Vorwort mit Dativ und Ablativ) = hinter,
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*) Vergl. hierzu Dr. Wagner in Jahrb. d. V. f. Mecklb. Geschichte 1898, S. 120 ff. und in Mecklb. Geschichte in Einzeldarstellungen (Süsseroth-Berlin 1899) Band 1, Heft 2.

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jenseit, und deutschem Delbande, welches man als Delvbande = GRABENGRENZE deuten kann, also das Land jenseits der letzteren. Auch vorerwähnter locus Delbende kann gleiches bedeuten, oder auch (délbende) „der aufzugrabende Ort“.

Adam von Bremen berichtet nun am Schlusse des 11. Jahrhunderts nach ihm vorliegenden Urkunden oder Erzählungen *), wie es sich mit der durch Karl den Großen und die übrigen Kaiser vorgeschriebenen Grenze Sachsens (limes Saxoniae) jenseits der Elbe verhalte. Verfasser kommt aus diesem Berichte zu demselben Bilde, welches Lappenberg auf der dem Hamb. U. B. beigegebenen Karte und Beyer auf Sect. 1 der Karten seiner Festschrift dargestellt hat, wennschon er den Wortlaut des Berichtes im einzelnen anders zu verstehen glaubt. Den ersten Abschnitt desselben zerlegt er in zwei Theile, einen speziellen den Urkunden entnommenen und einen mit sicque beginnenden, das Vorangegangene zusammenfassenden Adamschen Theil. „UND SO“, sagt Adam, gelangt die Grenze (vom östlichen Elbufer nach Horchenbici (Hornbeck) und dem Ur- oder Entsprung der Bille (Bilenispring), hier also die Stelle hervorhebend, wo die Grenze aus nördlicher Richtung in die westliche übergeht.

Wenn man diese Leseweise anerkennt, so gelangt man leicht über die Schwierigkeiten hinweg, welche die spezielle Grenzbeschreibung dicht am Elbufer bislang geboten hat, indem sie hier zu überaus kleinlichen Lösungen veranlaßte gegenüber der viel großartiger fortschreitenden weiteren Grenzbeschreibung. Zunächst mag hervorgehoben werden, daß vor dem Beginne von landwirthschaftlichen und Bauarbeiten im sumpfigen Marschlande ein jetzt verlandeter Arm der Elbe sich längs des concav ausgehöhlten Thalrandes von Horst nach Lauenburg hinter der Horster Aue, dem Lanzer Söller und
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*) Beyer, Festschrift 1877, der Limes Saxoniae; S. 7.

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der Lauenburger Aue herumgezogen hat, dessen Spur der Horster Brückengraben und der kanalisirte Unterlauf der Delvenau bis zum Lauenburger Hafen noch jetzt anzeigt, und in welchen die Delvenau zwischen den Dörfern Horst und Lanze einmündete. Die Grenze geht also vom östlichen (von Bremen aus gesehen) Ufer der Elbe (des ebengedachten Elbarms) immerfort an (usque ad, nicht = bis an) dem Bache, welchen die Slaven Mescenreiza nennen, d. h. Grenzfluß, vom russischen mje (j!)á = Grenze, worin der den in der deutschen Sprache nur mißbräuchlich vorkommenden Laut des französischen j oder ge gebende russische Buchstabe _(j!)iwete durch (j!) angedeutet ist, und vom russischen rjeti = fließen (mit griechischem η). Die Mescenreiza ist also die DELVENAU, d. h. die Grabenau oder auch die wenigstens in ihrem oberen Laufe durch Aufgraben erweiterte und vertiefte Aue, welche bei Hornbeck nach Westen hin umbiegt und sich bis gegen Talkau hinaufzieht; denn der jetzige Wasserlauf von Hornbeck nach Mölln durch die Wasserscheide von Elbe- und Travegebiet ist lediglich der am Ende des 14. Jahrhunderts von den Lübeckern hergestellte Graben, welcher die Stecknitz mit der Delvenau verbindet und auf diese den Namen der ersteren mißbräuchlich übertragen hat.

Von der Delvenau (an deren oberem Ende) läuft die Grenze aufwärts (sursum) durch den Wald delvunder = (entweder delvendam) zu durchgrabenden (oder delv-under) grabenabwärts usque (immerfort oder bis) in fluvium delvundam = in den aufzugrabenden Fluß, unter welchem nur das bekannte große Gewässer der Bille gemeint sein kann, welches hier in seinem obersten Laufe der Verbreiterung und Vertiefung bedurft haben mag und nach Bilenispring hinführte, den großen ausgedehnten Mooren zwischen Koberg, Sirksfelde und Linau, deren Entwässerung die Bille bildet; Beyer’s Karte ist hier falsch, da die Bille nicht im Westen von Linau herum-

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fließt, sondern zwischen Linau und Koberg herabkommt. Die Delvenau und ihre Fortsetzung als Graben bergaufwärts trennt die Feldmarken von Hornbeck und Tramm von denjenigen von Woltersdorf und Niendorf, und trifft auf dem höchsten Punkte des Berges gegen die Feldmark des Dorfes Talkau, in welcher der weitere Lauf der Grenze bergabwärts aufgesucht werden muß. Wenn dieselbe auf der Talkau-Niendorfer Scheide nach dem kleinen Schretstaken zur Schiebenitz, welche bei Köthel in die Bille mündet, hinüberliefe, würde dieser größere Bach wohl in Adam’s Beschreibung erwähnt sein; der Name läßt sich ableiten vom russ. schibátj und schibnútj = werfen, schleudern, schibénie = Schlag, aber auch schibkij = geschwinde, schnell, man könnte also ebenso wohl auf eine Schnell-au, als auch auf einen ausgeworfenen Wasserlauf schließen.

Es kann aber auch ein Hinabsteigen der Grenze nach Klein-Talkau in die hier beginnende Niederung der langgestreckten Feldmark von Fuhlenhagen in Erwägung kommen, welcher sich dann die Feldmark Mühlenrade bis zur Bille unweit Köthel anschließt; und auch zwischen diesen beiden Niederungen würde eine dritte Linie durch ehemaligen Wald von Talkau über die Höhen von Groß-Schretstaken nach der Bille bei Köthel denkbar sein. Abgesehen von einigen hier noch zu erwähnenden Umständen, wird eine genauere Feststellung der Grenzlinie hier vielleicht noch durch örtliche Anschauung und Studium älterer Feldkarten stattfinden können. Wenn in dem Ortsnamen Talkau (1230: Telekowe) vielleicht auch das Wort Delv steckt, dann ähnelt möglicherweise die Endsilbe kowe dem russischen Kowsch = Schöpfkelle, Trinkgeschirr, wie denn in der That hier die Wasserspeisung der Delvenau wie des nach der andern Seite hinabfallenden Grabens liegt.

Wenn man sich unter der Grabengrenze auch nicht eine gegen feindliche Kriegszüge sichernde Befestigung

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zu denken hat, so ist sie sicherlich doch mehr als eine bloß örtliche Grenzbezeichnung, wie einige Forscher meinen, und bezweckte, in ausreichender Weise räuberische Einfälle der benachbarten Gaubewohner der einen oder der anderen Grenzseite, welche leicht zu weiter um sich greifenden Folgen Anlaß geben konnten, zu verhindern. In den Niederungen und so weit an den Höhen hinauf, als man Wasser hatte, war die Grenze nach Verfassers Ansicht eine Landwehr solcher Art, wie wir sie in der sumpfigen Luzie ostwärts von Lüchow und der Jeetzel noch jetzt erblicken; ein von mehr oder minder parallelen Wassergräben eingefaßter Landstreifen von dort etwa 400 Meter Breite, der mit Bäumen und Unterholz dicht bepflanzt und auch noch durch Zwischengräben möglichst unwegsam und undurchdringlich gemacht ist; diese Lüchower Landwehr mag ja auch auf die Karolingerzeit zurückgehen. Oben auf der Höhe wird man sich mit einem einfachen Graben und Erdwall haben genügen und durch einzelne Wachtthürme haben nachhelfen lassen. Die auf der Strecke Hornbeck-Köthel etwa 3 Meilen von Erteneburg entfernte Grenze war in der Hauptsache aber von dieser Burg aus durch Streifzüge zu überwachen und zu vertheidigen; vielleicht trug ihr dieser Umstand den Namen Striepenburg (wann und wo vorkommend ?) ein.

Bei Hornbeck, dem Orte in der nordöstlichen Ecke oder Hörn der Delvenau, ging die alte Landstraße von Artlenburg nach Ratzeburg, dem Hauptorte der polabischen Wenden, über die Grenze; die an der Südseite des Sachsenwaldes von Bergedorf nach Ratzeburg gehende Straße kreuzte die Grenze bei Talkau, und die von Hamburg kommende und in zwei Zügen beiderseits der Bille bei Kuddewörde und bei Köthel oder dem Koberger Billbaum diesen Fluß überschreitende Straße kreuzte die Grenze in den Mooren bei Koberg. An welchem dieser Orte etwa oder an welchem andern Orte der Grabengrenze (loco delbende) 822 das castellum erbauet

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wurde, läßt sich nach dem bislang Bekannten nicht ermitteln; daß es nicht am Elbufer unweit Lauenburg in der Aue gelegen haben wird, wie einige Forscher meinen, hält Verfasser nach der Oertlichkeit für gewiß.

Innerhalb dieser Grabengrenze liegt nun das ehemalige Land SADELBANDE, außerhalb längs derselben das ehemalige Land Ratzeburg mit seinen im Zehntregister von 1230 genannten Kirchspielen Boken (Büchen), Breitenfelde und Nusce (Nusse). Das kleine KIRCHSPIEL BÜCHEN greift auch jetzt nicht über die Delvenau hinüber, wenngleich es im Laufe der Zeit mit der im Jahre 1230 noch nicht vorhandenen Kirche zu Pötrau in Sadelbande denselben Pastor erhalten hat. Die 1230 aufgezählten Dörfer des KIRCHSPIELS BREITENFELDE sind, mit Ausnahme des 1400 an die Domkirche in Ratzeburg verkauften und seitdem niedergelegten Dorfes Logen, auch jetzt noch alle vorhanden, und zwar außerhalb der Delvenaugrenze; das jetzt lübsche Dorf Niendorf hat 1581 eine eigene Kirche erhalten; die 1230 im Kirchspiel Siebeneichen in Sadelbande aufgeführten Dörfer Hornbeck und Tramm, von denen letzteres noch jetzt der Stadt Lübeck gehört, wurden im 15. Jahrhundert mit dem Kirchdorf Breitenfelde lübisch, und in Folge dessen wohl der Breitenfelder Kirche zugewiesen, welche mit diesem Kirchdorfe und dem Dorfe Hornbeck erst 1747 an das Herzogthum Lauenburg zurückgelangte. Die jetzt zum Kirchspiel Breitenfelde gehörigen lübschen Dörfer Groß- und Klein-Schretstaken sind im Zehntregister von 1230 noch nicht genannt; Schretstaken ward 1452 lübisch, und 1747 nicht an das Herzogthum Lauenburg zurückgegeben; der Ortsname erinnert an einen Grenzpfahl *); das Dorf wird im Grenzwalde durch Rodung entstanden sein, wie denn auch die spätere, erst 1827 vom Dorfe getrennte Kolonie von lübschen Zeit-
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*) Dr. Hellwig im Archiv d. V. f. d. Gesch. d. H. Lauenburg. Band 3, Heft 3, S. 54.

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pächtern in Klein-Schretstaken auf der Radewiese entstanden ist *). Man könnte zu der Vermuthung kommen, daß die Sachsengrenze durch diese einst bewaldete Feldmark lief, oder auch längs deren Südseite, sie von den Feldmarken Talkau und Fuhlenhagen trennend.

Die 1230 genannten Dörfer des 1158 schon vorhandenen KIRCHSPIELS NUSSE sind auch jetzt vorhanden, mit Ausnahme des vor 1465 niedergelegten Dorfes Manowe nördlich von Nusse, und des 1471 wüste liegenden Dorfes Helle, welches vielleicht durch die 1230 noch nicht genannten Dörfer Labenz und Steinhorst ersetzt worden ist, sowie des 1291 noch genannten Slavicum Sirikesvelde, welches vielleicht das 1230 noch nicht genannte jetzige Dorf Wentorf ist. Für den nordwestlichen Theil des Kirchspiels ist schon vor 1314 im Dorfe Zanzegneve (Sandesneben) eine neue Kirche erbauet worden. Im Zehntregister von 1230 fehlen die jetzt in Sandesneben eingepfarrten Dörfer Franzdorf und Schönberg, sowie der jetzige Amtssitz Steinhorst, in welchem 1315 mehrere Hufen dem Ratzeburger Bischof geschenkt werden, nach Arndt (Schulprogramm) vielleicht das 1230 genannte Steinburg, welches Dr. Hellwig (Archiv d. V. f. d. G. d. H. L., Bd. 3, H. 3, S. 18) aber für eine Burg an der Mündung der Steinau in die Stecknitz bei Hammer annimmt, einem 1230 noch nicht genannten, ersichtlich erst nachher aus einer Hammermühle entstandenem Orte. Das Kirchspiel Nusse im Lande Ratzeburg tritt somit mit seinen 1230 bereits genannten Dörfern Koberg und Linau, von denen das letztere jetzt bei der Kirche von Sandesneben ist, erst nordwärts von Köthel in Beziehung.

Im Lande SADELBANDE nennt das Zehntregister von 1230 die 4 Kirchspiele Siebeneichen, Lutowe (Lütau), Hagede (Geesthacht) und Kuthenworden (Kuddewörde),
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*) Schröder-Biernatzki, Topographie von Holstein etc. Band 2, Seite 422.

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während das fünfte Kirchspiel Bergedorf nicht genannt wird, weil dasselbe mit seiner Burg und ehemals zubehörigen Dörfern Escheburg, Börnsen, Wohltorf und Wentorf eine so alte karolingische Ansiedelung bildet, daß derselben keine bischöfliche Abgaben, wenigstens nicht nach Ratzeburg, auferlegt worden sein werden.
Die im KIRCHSPIEL SIEBENEICHEN 1230 genannten Dörfer sind sämmtlich in diesem Kirchspiele, beziehlich bei den später von demselben abgelegten Kirchen zu Pötrau, Sahms, Brunsdorf und Schwarzenbek noch vorhanden, mit Ausnahme von Cemerstorp, welches der Reihenfolge nach zwischen den slavischen Dörfern Elmenhorst und Grabau aufgeführt ist und deshalb in der Oertlichkeit des späteren adligen Gutshofes Lanken gelegen haben mag (vielleicht das von Schröder-Biernatzki genannte 1456 wüste Rodesdorf oder das Dorf Schwarzenbek); die Dörfer Talkau (Telekowe) und Kankelau (Cancelowe) sind ersichtlich mit den 1230 aufgeführten Dörfern Lelekowe und Wankelowe (Wangelau) des Kirchspiels Lütau irrthümlicherweise verwechselt und dann darf man annehmen, daß wohl Lelekowe ein slavisches Dorf war, nicht aber Telekowe (Talkau) hart an der Grenze. Es fehlen in dem Zehntregister 1230 im Kirchspiel Siebeneichen das jetzige Dorf Fuhlenhagen, welches zur Kirche in Sahms gelegt ist, das abgetheilte jetzige Kirchdorf Brunsdorf, früher Barunestorp genannt, welches anfänglich einem unmittelbaren Königsvasallen *) verliehen worden sein mag, der auch von geistlichen Lasten frei war, und die bei Brunsdorf eingepfarrten, vielleicht durch Rodung im Sachsenwalde entstandenen Dörfer Havekost (früher Havighorst), Dassendorf und Kröppelshagen, in welchem letzteren übrigens schon früh Hufen verkauft wurden, und endlich fehlt das jetzige Amtsdorf Schwarzenbek (falls es nicht das
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*) Dr. Helwig, Archiv Bd. 3, H. 3, S. 5.

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genannte Cemersdorf ist) mit seiner 1605 von Brunsdorf abgetheilten, nach Manecke aber schon 1320 selbstständig gewesenen Kirche, bei welcher auch Grabau und Grove eingepfarrt und von Brunsdorf mit abgenommen worden sind; möglich ist aber auch, daß Schwarzenbek, welches schon lange ein adliges, dann landesherrliches Schloß gehabt hat, bereits 1230 vorhanden und gleich Brunsdorf abgabenfrei war.

Auch im KIRCHSPIELE LÜTAU und den von ihm im Laufe der Zeit abgetrennten besonderen Kirchspielen Lauenburg und Gülzow sind fast alle jetzt vorhandenen Dörfer 1230 bereits vorhanden; Witzeeze (Wutsetse) ist zur Kirche in Pötrau gelegt, Schnackenbek bei der nach dem andern Elbufer verlegten Artlenburger Kirche verblieben; die Stadt Lauenburg hat sich neben der Burg auf den Feldmarken der ehemaligen Dörfer Villa Godescalci, Volcmaresvelde und Albrechteshope entwickelt; das 1230 genannte Dorf Wizoc ist vielleicht auf dem nördlichen Theile der Feldmark von Lanze zu suchen; Juliusburg hieß 1230 Abenthorpe; unter Festhaltung der Reihenfolge der Orte im Zehntregister 1230 ist von niedergelegten Dörfern Borist im Norden von Gülzow und Lelekowe östlich von Wangelau zu suchen; die 1230 hier g enannten Orte Cankelowe und Telekowe sind, wie bereits erwähnt, mit den Orten Wankelowe und Lelekowe des Kirchspiels Siebeneichen verwechselt. Unter den wegen besonderer Art der Zehntenentrichtung 1230 vorweg nicht unter den Kirchspielen aufgeführten Dörfern von Sadelbande gehören Gultsowe (Gülzau), Tomene (Thömen, Kirchspiels Gülzau), Vventhorp (Avendorf, jetzt jenseits der Elbe, Kirchspiels Artlenburg), Crukowe, Sculenthorp und Bertoldestorp (alle 3 Kirchspiels Gülzow, davon das letztgenannte hernach zu Pötrau gelegt) und Crutsem (Krüzen) hierher in das alte Kirchspiel Lütau.

Das KIRCHSPIEL Hagede (Geesthacht) zählte 1230 nur jetzt noch vorhandene Dörfer auf, welche zum Theil
 

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hernach an die aus dem Kirchspiele abgelegten Kirchen zu Hamwarde (Honwarde), Hohenhorn (Cornu) und Wort gekommen sind. Ueber die auf die andere Seite der Elbe verlegten Dörfer Tespe (Toschope), Hasledale (Obermarschacht und Nieder-Marschhacht) ist vorhin schon gesprochen.

Die Ortsnamen des KIRCHSPIELS KUDDEWÖRDE sind in Folge Zerstörung in der Urkunde von 1230 zum Theil unlesbar geworden; man wird darin aber die noch jetzt vorhandenen Dörfer dieses Kirchspiels und des von ihm abgelegten Kirchspiels Basthorst zu finden haben: C . . e . . . (Köthel), Honvelde (Hamfelde), Kerseborch (Casseburg), . . .thorp (Basthorst), Mans. . (Möhnsen) und Rodenbeke (Rothenbek mit Grande). Es fehlen also hier nur die jetzt in Basthorst eingepfarrten Dörfer Dahmker (auf einer Basthorster Wiese am Dambek ausgelegt) und Mühlenrade, welche erst nach 1230 entstanden sind.

Der Beachtung wohl werth ist es, daß die genannten 5 alten Kirchspiele des Landes Sadelbande ihren Ursprung nehmen von Kirchorten, welche an den beiden Hauptlandstraßen Artlenburg-Ratzeburg, beziehlich –Hamburg nahe den Landesgrenzen liegen, und daß namentlich von Lütau und Siebeneichen aus in langgestreckten Missionsstrichen das Evangelium in die Mitte des Landes getragen ist, deren Dörfer am längsten im Heidenthum verblieben und anfänglich in bloßen Kapellen kirchlich versorgt sein werden.

Auch in der späteren POLITISCHEN EINTHEILUNG des Herzogthums findet man das abgegrenzte SADELBANDE in der vom Verfasser vorhin erwähnten Erstreckung wieder, indem es von den Aemtern Lauenburg (westlich der Delvenau) und Schwarzenbek sammt den von diesen eingeschlossenen adligen Gütern gebildet wird; auch das zeitweilig lübisch gewesene und dann zum Amte Ratzeburg gelegte Dorf Hornbek hat zweifels-

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ohne anfänglich zum Amte Lauenburg gehört, ebenso wie das noch jetzt lübische Dorf Tramm; die anfängliche Amtszugehörigkeit des lübischen Dorfes Schretstaken, ob zu Schwarzenbek oder Steinhorst, ist nicht bekannt. Ist die Sachsengrenze längs der Delvenau bis an die Feldmarkgrenze des Dorfes Talkau nach dem Vorgetragenen wohl zweifelsfrei, so ist nun wohl zu beachten, daß die 4 Dörfer Talkau, Fuhlenhagen, Mühlenrade und Köthel nicht schon frühe in gutsherrliche Hände übergingen, welche noch jetzt die unmittelbar dahinterliegenden Gutsbezirke von Wotersen, Lanken und Basthorst besitzen. Manecke sagt, daß die 4 Dörfer mit dem Namen der vier Grafendörfer belegt werden, als wenn sie in der Vorzeit einem Grafen zugestanden hätten; es solle eigentlich Grabendörfer heißen, da sie außerhalb des den Sachsenwald umschließenden Grabens lägen; in einem Berichte von 1683 werde jedoch angegeben, daß sie vormals den Grafen von Oldenburg zugestanden hätten. Dührsen in den Ergänzungen und Berichtigungen zu Manecke *) bestätigt, daß die vier Dörfer 1561-1631 den Grafen von Oldenburg verpfändet gewesen seien, und zusammen mit den vier Dörfern des Kirchspiels Bergedorf im 14. und 15. Jahrhundert an das Nonnenkloster Reinbek theils geschenkt, theils verkauft, und bei Säkularisirung des Klosters vom Herzog Magnus von Lauenburg wieder in Besitz genommen seien. Nach der Topographie von Schröder-Biernatzki haben die Lauenburger Herzöge die 4 Dörfer in den Jahren 1238-41 dem 1229 in Hoibeke (Mühlenbek bei Ohe) gegründeten und 1238 nach Köthel (von wo es jedoch noch in demselben Jahrhundert nach Huncingethorp (dem jetzigen Reinbek kam) verlegten Nonnenkloster St. Marien-Magdalenen geschenkt. Der Name
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*) Dührsen: Manecke’s top.-hist. Beschreibung etc. d. Herz. Lauenburg, 1884. S. 360. 382.

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„Grafendörfer“ kann hiernach sehr wohl den älteren ähnlich klingenden Namen „Grabendörfer“ verdrängt haben, und die vorhin bereits angedeutete Möglichkeit, daß über die langgestreckten sumpfigen Feldmarken dieser erst nach 1230 entstandenen Dörfer einst die karolingische Sachsengrenze von Talkau nach Köthel lief, gewinnt durch die eben gedachten politischen Grenzverhältnisse an Wahrscheinlichkeit. Wie die Aegidienkirche zu Lübeck in den Besitz des schon 1407 ihr gehörigen Dorfes Schretstaken gelangt ist, giebt die Topographie von Schröder-Biernatzki nicht an; die vorherige Zubehörigkeit des Dorfes zum Amte Schwarzenbek oder Steinhorst dürfte entscheidend sein für die Frage, ob das vermuthlich einst bewaldete Gelände des späteren Dorfes außerhalb beziehlich innerhalb der Sachsengrenze lag.

Von Köthel lief die Grenze Sachsens gegen die Slaven, wie bereits erwähnt, nordwärts längs der Bille in die großen unwegsamen Moore hinein, welche als Bilenispring, einem großen Schwamme gleich, die Bille mit Wasser das ganze Jahr hindurch speisen, und in denen der jetzige Flußlauf behufs guter Entwässerung als künstlicher Graben in hierzu geeigneter Richtung ausgehoben sein dürfte. Jenseits des Moors gelangte die Grenze dann weiter nach Liudwinestein bei Sandesneben in eine Linie hinein, die Verfasser hier nicht weiter verfolgt; er will nur noch darauf aufmerksam machen, daß in der Karte I zu Beyer’s Festschrift „Limes Saxoniae“ der von Bilenispring herabkommend gezeichnete Grenzbach nicht im Süden von Linau herum zur Bille fließt, wie vorhin schon angedeutet wurde, sondern zur Trutawe (Trittau) hinüber, wodurch auch Beyer’s Auseinandersetzungen zum Theil geändert werden müssen.

Wenn es dem Verfasser vielleicht gelungen ist, in dieser schon vielfach erörterten Angelegenheit hier einige neue Gesichtspunkte, welche der Erwägung anheimgestellt sein mögen, den Lauenburger Geschichtsfreunden un-

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maßgeblich zu bieten, so möchte er daran zum Schlusse noch auf diejenigen Lücken des Quellenmaterials hinweisen, welche er bei der Ausarbeitung dieses Aufsatzes störend empfunden hat. Diese sind: 1. die Ausforschung und Aufzeichnung derjenigen Besitze und Gerechtsame, welche die jetzt lüneburgischen Marschdörfer des südlichen Elbufers noch am nördlichen Elbufer haben oder gehabt haben und auch umgekehrt die lauenburgischen Dörfer des nördlichen am südlichen Elbufer, seien es nun die Kirchen, Gemeinden, Ortsvorsteher oder einzelne Gemeindeangehörige; 2. die Erforschung der Feldeintheilung unter die Hufen, der Almenden und des landes- oder gutsherrlichen Areals in den Dörfern Talkau, Fuhlenhagen, Mühlenrade, Köthel, Schretstaken, Koberg, Linau und Sirksfelde vor der Verkoppelung, sowie ihrer alten und jetzigen Feldnamen, und die Bekanntgabe der gefundenen Resultate, sei es auch nur durch Sammlung mit entsprechenden Eintragungen versehener Copien (Pausen, Photographien) älterer Feldkarten der Dörfer im Archiv des Vereins für Lauenburgische Geschichte; in diesen Karten könnten dann auch an Ort und Stelle aufgesuchte Wälle, Burgstellen, Knüppeldämme etc. eventuell unter Beifügung von zeichnungen größeren Maßstabes eingetragen werden. Für die allgemeine Anschauung genügen übrigens die Meßtischblätter der Generalstabskarte, besonders durch Colorirung der Haupthöhenlinien, Moore und Wiesen, und der Grenzen anschaulicher gemacht.

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Nachträge: zu S. 53: Das mit Hülfe Lüneburgs unterhaltene Stift beim Sandkrug hielt Leprosen beim Elbübergange in beiden Richtungen fest (A. 4, 2 S. 99); zu S. 64: Nach Perwolf soll delb ein urslavischer Wortstamm sein (A. d. V. f. L. G. 2, 2 S. 6); im russ. Wörterbuch findet sich nur delwa = Faß, Tonne; zu S. 65: Der Damm Lauenburg-Horst ist neueren Ursprungs (wann ?) und wird von lauenburg auch auf Mecklb. Gebiet unterhalten (A. 5, 2 S. 13); zu S. 71: Falls der Wald ostwärts d. Bille 1228 vom Hamb.-Bremer Erzbischof an Lauenburg abgetreten ward (A. 2, 3 S. 2; 4, 3 S. 2), gehörte er und wohl auch Bergedorf ursprünglich nicht zu Sadelbande (?)
 


 


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