Informationen zu Leben und Werk Karlheinz Goedtkes
mit Fotos aus Familienalben der Familien Goedtke/Mantel

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Erste Lebenshälfte

 

Karlheinz Goedtke wird am 15. April 1915 in Kattowitz/Oberschlesien  als Sohn eines Beamten und der Tochter eines ostpreußischen Gutsbesitzers geboren und wächst in Breslau auf.







 

Bis 1930 besucht Karlheinz Goedtke das Maria-Magdalenen-Gymnasium zu Breslau. In einer autobiographischen Skizze formuliert er später: "Schon früh zeigte sich eine starke Neigung zum Zeichnen, und als Siebenjähriger knetete ich mit großer Liebe und Ausdauer die Gestalten meiner Umgebung aus Plastilin. In der Schule erhielt ich meine besten Zensuren im Zeichnen."
 

 


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Nach Versetzung seines Vaters nach Stettin bekommt Goedtke an der Meisterschule des Kunsthandwerks seine handwerkliche und künstlerische Grundausbildung durch den Bauhausschüler Professor Kurt Schwerdtfeger. Gleichzeitig lernt er das Handwerk des Steinbildhauers, ist von da ab also sowohl mit plastischer und skulpturaler Arbeit wohlvertraut. Er absolviert die Abschlußprüfung an jener Schule erfolgreich und würde gern ein Studium aufnehmen, allerdings galt es zunächst, Arbeitsdienst und Wehrpflicht zu genügen.


 


 

Von 1938 bis 1940 kann er dann einige Semester an der Hochschule für bildende Künste in Berlin studieren, bis er zum Kriegsdienst eingezogen wird.



 

 

1941 kann er im Rahmen der "Familienzusammenführung" Waltraut Stoike heiraten. Sie besucht ihn, wenn das mit seinen militärischen Pflichten in Einklang zu bringen ist, an seinen Standorten, kann dort sehen, was er sich in seinen Freistunden künstlerisch erarbeitet hat.


 


 

1943 wird dem jungen Ehepaar die Tochter Ingrid-Kristina geboren; die untenstehende Aufnahme stammt vom Januar 1944.





 

 

Verwundet kommt Karlheinz Goedtke nach Kriegsende nach Schleswig-Holstein. In Farchau bei Ratzeburg nimmt er seine Arbeit als Künstler wieder auf, kann sich jetzt auch uneingeschränkt um seine Familie kümmern.






 

Er gestaltet, zum Teil mit geliehenem Werkzeug, Holzskulpturen und arbeitet an der Renovierung des großen Ratssaals in Mölln mit, um seine Familie und sich über Wasser zu halten.

 


 

In den Jahren 1946-48 entsteht nämlich im Bereich des mittelalterlichen Dachstuhls ein neuer Ratssaal mit einer die ganze Breite überspannenden flachen Holztonne aus Kiefer, 15 Metern lang, acht Meter breit und fünf Meter hoch. Für die aufwendig gestalteten Paneele, Türen, Fenster und Möbel wird Eichenholz verwendet, deren Schnitzarbeiten der Bildhauer Karl Heinz Goedtke 1947 übernimmt.

1950 erhält er von der Stadt Mölln seinen ersten offiziellen Auftrag, den 'Till Eulenspiegel'. Diese Arbeit macht Goedtke schlagartig bekannt und zieht viele Aufträge für den öffentlichen Raum und für private Sammler nach sich. 1951 siedelt er von Farchau nach Mölln über, wo er bis zu seinem Lebensende 1995 wohnen wird.







 

Im April 1954 erscheint in der "Lauenburgischen Heimat" ein Aufsatz von Dr. Kurt Langenheim über Karlheinz Goedtke, der sowohl auf seine positive künstlerische Entwicklung als auch auf die zunehmende Freude über sein Schaffen im regionalen Umfeld abhebt. In der Rubrik 'Künstler des Kreises' beginnt der Autor seinen Fachartikel mit dem Satz: "Der Name des Bildhauers Karlheinz Goedtke beginnt in den letzten Jahren mehr und mehr zu klingen. Der Künstler hat in München und in Stuttgart, in Düsseldorf und in Hannover und an anderen Orten mehr auf Anforderung seine Werke ausgestellt. Die Kritiker und Kunstexperten Deutschlands nennen den Namen Goedtke mit steigender Achtung und weisen nachdrücklich auf seine Werke hin. Die Stadt Mölln ist so glücklich, den Künstler nicht nur als Bürger in ihren Mauern zu wissen, die Möllner haben auch an mehreren Stellen ihrer Stadt Gelegenheit, in Bronze gegossene oder aus Stein geschlagene Arbeiten von ihm zu bewundern." (S. 13) - Wir wissen, daß wir noch viel mehr von ihm erwarten dürfen und möchten wünschen, daß mehr als bisher seine Bildwerke auch im Lauenburgischen selbst ihre Anerkennung und Heimat finden." (S. 16)