Aktuelles - 2010

Projekte und Veranstaltungen im laufenden Jahr



 Vorschau auf September 2010

"Radfahren im Kreis Herzogtum Lauenburg
um und nach 1900"

- Ein Blick in unsere Projektwerkstatt -


 

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher dieser Seite,

wir werden vom 3. September bis 10. Oktober 2010 eine Sonderausstellung zum Thema "Radfahren im Kreis Herzogtum Lauenburg um und nach 1900" zeigen. Noch sind die Konturen relativ unscharf, aber wir möchten Sie an dieser Stelle bereits über die Konzeption der geplanten Präsentation informieren. Historischer Anknüpfungspunkt ist das späteste neunzehnte Jahrhundert, konkret das Jahr der Gründung der Gründung des "Radfahrer-Club Ratzeburg von 1897 e.V.".

Zu jenem Zeitpunkt war ein Gutteil der technischen Entwicklung vom nutzerseitig nicht ganz leicht zu bewältigenden Hochrad zum alltagstauglichen Sicherheitsrad bereits geleistet worden. Ein Fahrradclub bot sich kurz vor der Jahrhundertwende zur ersprießlichen Freizeitgestaltung an.

Heutzutage erscheint uns Radfahren als Selbstverständlichkeit, aber im frühen 20. Jahrhundert war dieses neuartige Verkehrsmittel ein Fremdkörper, ungewohnt im Straßenbild und entsprechend suspekt. Die ordnungsliebenden Hüter der öffentlichen Sicherheit nutzten die Gelegenheit, eine ganze Reihe von Vorschriften und Verboten zu erlassen, aber es war schon damals nicht immer klar ersichtlich, wie einige dieser Verordnungen aufzufassen waren. Die damalige Gemengelage an Regularien hat dabei eine gewisse Ähnlichkeit mit heutiger Vorschriftenvielfalt.

Drei Beispiele für mögliche Weitere:

"Folgt z.B." - so wird 1907 die Obrigkeit gefragt - "aus dem Verbot der Mitnahme einer zweiten und dritten Person auf einem Fahrrade, welches lediglich zur Fortbewegung und Benutzung einer einzelnen Person eingerichet ist", daß auch keine kleine Kinder vorn vor dem Lenker sitzen dürfen? (Es folgt daraus nicht, lautet eine Verfügung).

Sind Radlaufglocken (Sturmglocken) generell verboten oder nur dann, wenn sie mechanisch mit der Fahrradbremse gekoppelt sind, so daß sie immer anlaufen, wenn gebremst wird? (Nur dann).

Darf Ärzten, "welche in Ausübung ihres Berufes Fahrrad, Motorrad oder Kraftwagen benutzen, in Notfällen das Befahren sonst verbotener Wege widerruflich gestattet" werden? (Staatliche Verordnung vom 12. 6. 1913: 'Nur in Notfällen kann eine solche Erlaubnis für radfahrende Ärzte erteilt werden, keinesfalls pauschal, und auch nur schriftlich, jeweils im Einzelfall.')
 


 

Um ausreichend Kontrolle über die damals auch "Velozipeden" genannten Radfahrerinnen und Radfahrer zu behalten, geben die Behörden gegen Entrichtung einer Gebühr obligatorische 'Radfahrkarten' aus. Diese kostenpflichtigen Ausweise erfreuten sich keiner großen Beliebtheit. So heißt es in einem polizeilichen Aktenvermerk: "In den letzten Jahren sind hier außerordentlich wenig Radfahrkarten ausgegeben worden. Es muß also vermutet werden, daß die meisten Radfahrer ohne Radfahrkarte fahren und somit gegen §3 der Regierungspolizei-Verordnung betr. den Radfahrerverkehr vom 25. Juli 1908 verstoßen". Die Polizei wird daher angewiesen, die Fahrradfahrer stärker zu kontrollieren und "Personen, die keine Karte bei sich führen, zur Anzeige zu bringen."

Die Strafen waren rigide: Wer unerlaubt auf einem Bürgersteig radelte und angezeigt wurde, mußte Strafe zahlen (mindestens 5 Reichsmark, alternativ: 1 Tag Haft).

Diese und weitere Einschränkungen und Limitierungen konnten aber den rasanten Aufschwung dieses neuen Verkehrsmittels nicht bremsen. Bereits vor 1900 erscheinen Ansichtskarten, bei denen einem erschöpften, schwitzigen Fußgänger eine Gruppe von winkenden, fröhlich wirkenden Velozipeden gegenübergestellt wird.
 


 

Das Fahrrad als Partnersport wird ebenfalls schon vor 1900 populär:
 


 

Sie sehen, es handelt sich um ein Thema, das seit über einhundert Jahren aktuell ist.
Freuen Sie sich mit uns auf die erfolgreiche Umsetzung dieses Museumsprojektes!
 

 

 


Wegen der großen Resonanz als ständige Ausstellung!  
 

"Das Lebensgefühl der 50er Jahre"

 

Wer die 50er Jahre selbst erlebt hat, wird diese Ausstellung als eine ganz besondere Zeitreise in die Jugend empfinden. Sehr viele Besucher sind unserer Einladung gefolgt. Sitzen Sie mal wieder in einem Wohnzimmer dieser Zeit auf Cocktailsesseln vor einem Nierentisch oder auf Kinositzen oder erinnern Sie sich zum Beispiel an

 

Hier sehen Sie einen der
ersten Schwarzweiss-Fernseher
(hier Marke "Rembrandt")!

Fernsehgerät aus den frühen 50ern

Repräsentativer Plattenwechsler-Automat der 50er Jahre (Musikbox)

Spielen Sie selbst mit unserer originalen Wiegand Diplomat Musicbox und echten Schallplatten Ihr Lieblingslied von damals.

 

Bewundern Sie: Tütenlampen, Maxwell-Kaffee, Barwagen,  Kofferplattenspieler, Blumenhocker, Bambus, Gummibäume, Hüfthalter, Wundertüten und erstes Melitta-Geschirr. Streifen Sie durch das Alltagsleben der 50er in den Abteilungen: Kino, Mode, Haushalt, Küche, Bad, Werbung, Rauchen, Wohnen, Fernsehen, Reisen, Verkehr und Spielzeug! Lassen Sie sich von einem geschmückten Weihnachtsbaum mit reichem Gabentisch in Ihre Kindheit versetzen - Ihr Lieblingsspielzeug von damals ist sicher dabei!

Zum Thema wird ein großformatiges Farb-Plakat (im Format DIN A1) angeboten. Wer es in Augenschein nehmen möchte, klickt bitte auf die Miniatur-Vorschau!